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Nachgefragt

…bei Menschen, die mehr wissen

Brokkoligemüse

Über grünes Gemüse und karge Kapseln: Frau Herr weiß mehr!

Nachgefragt By 6. September 2016 Tags: , , , , , No Comments

Professor Ingrid Herr ist Biologin und arbeitet in der experimentellen Krebsforschung. Sie interessiert sich vor allem dafür wie verhindert werden kann, dass in unseren Zellen etwas schiefläuft und was hilft wenn doch. Sie forscht schon seit Ihrer Diplomarbeit an Mechanismen, die zur Krebsentstehung führen und sie selbst führte das an den Neckar. Dort leitet sie die Sektion Chirurgische Forschung und das Team Molekulare Onkochirurgie am UniversitätsKlinikum Heidelberg.

Liebe Frau Professor Herr! Ihre Forschungsergebnisse zeigen wie Senföle (Sulphoraphan) aus Brokkoli und anderen Kohlsorten der Entstehung von Krebserkrankungen vorbeugen bzw. die Therapie positiv beeinflussen. Nun ist es erst einmal kein großes Geheimnis, dass unsere Gesundheit von natürlichen, frischen Nahrungsmitteln profitiert. Dank der Wissenschaft verstehen wir aber endlich auch immer besser, warum das so ist. Da in unserem Essen noch jede Menge anderer spannender Moleküle stecken, die uns vital über die Hürden der nächsten Jahrzehnte tragen, gibt es auch immer noch ein paar Fragen:

Wie lange beschäftigt Sie das Thema Wirkstoffe in unserer Nahrung im Zusammenhang mit Krebs schon? Gab es einen Aha-Moment oder ein Forschungsergebnis, das entscheidend für Ihren Weg war?

1997 wurde eine kanadische Populationsstudie in einer international weit gelesenen Fachzeitschrift publiziert, bei der Essgewohnheiten von 1000 Männern mit Prostatakrebs über vier Jahre lang über Fragebögen analysiert wurden. Es kam heraus, dass Männer, die viel Brokkoli und Blumenkohl gegessen hatten, ein 50 Prozent geringeres relatives Risiko des Voranschreitens ihrer Krebserkrankung hatten.

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Nutreos Testkit von Kiweno

Von Nachweis und Zweifel

Nachgefragt By 31. Juli 2016 Tags: , , , , , No Comments

Antikörper sind aus naturwissenschaftlicher Sicht spannende kleine Dinger. Wenn man sie nachweist oder wenn man mit ihnen etwas nachweist, schägt so manches Forscherherz regelmäßig höher. Hin und wieder ist das auch der Fall, weil Mediziner und Forscher miteinander streiten, was deren Nachweis denn überhaupt zu bedeuten hat. Alles oder nichts oder liegt die Wahrheit wieder mal dazwischen?

In meinem letzten Beitrag könnt ihr lesen, warum ich Geld investiere um dann dafür auf Parmesan zu verzichten oder kurz ich teste drei Antikörpertests. Der Nachweis von Antikörpern im Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten wird von Fachleuten recht unterschiedlich bewertet. Der Nachweis von IgE-Antikörpern (Sofortreaktionen, Nahrungsmittelallergie Typ I) wird weniger diskutiert, um die Deutungshoheit beim Nachweis chronisch erhöhter IgG-Spiegel durch Nahrungsmittel aber umso mehr. Während offizielle Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Allergologen und klinische Immunologie (DGAKI) den IgG-Test generell als nicht geeignet zum Nachweis von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bewerten, geht es bei den Anbietern der IgG-Tests eher darum, welche Nachweismethode das genauere Ergebnis liefert. Auf der offiziellen Seite der Allergologenverbände fragt man also: Hat es denn überhaupt eine Bedeutung und kann man irgendeine qualifizierte Aussage daraus ableiten, wenn ein IgG-Test positiv ausfällt? Taucht man in die Feinheiten der Diskussion ein, wird bei den Anbietern darum gerungen, ob nun der Nachweis von IgG gesamt (der Nachweis aller IgG Subklassen, also IgG1,2,3,4) oder der Nachweis von singulären IgG4-Antikörpern die genaueren Aussagen liefert.

Fakt ist, wer sich möglichst optimal ernähren möchte, für den sind Vielfalt der Nahrungsmittel und ausreichende Versorgung mit Nährstoffen essentiell. Aus dem Anspruch dieser optimalen Versorgung oder schlicht dem Bedürfnis möglichst wenige Beschwerden durch den Genuss von Lebensmitteln zu verspüren, entsteht ein gewisser Drang mehr wissen zu wollen. Was ist denn für mich optimal? Wenn dann ein Testsystem behauptet, ich kann Dir darauf Hinweise liefern, dann sage ich: her damit! Das kann aus Sicht eines Allergologen grundfalsch sein, dem Thema widme ich mich an anderer Stelle. Den Anbietern von Testsystemen obliegt dennoch die Verantwortung, ein System so zu entwickeln, dass es aus deren immunologischer Sicht die besten Ergebnisse liefert. Um mir selbst eines schönen Tages eine Meinung darüber zu bilden, habe ich bei den Anbietern der Tests, die ich durchführen ließ nachgefragt. Momentan liegen die Antworten der Testanbieter Kiweno und ImuPro vor, sollten weitere dazu kommen, werde ich sie an dieser Stelle ergänzen und auch bei den Allergologen noch mal nachhaken. Hier die Antworten von Dr. Roland Fuschelberger für den Anbieter Kiweno und Dr. Camille Lieners für ImuPro:

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Einschulung mit Zuckertueten

Frag Dr. Mehlhase!

Nachgefragt By 24. Juli 2016 Tags: , , , No Comments

Ich frage Dr. Kathrin Mehlhase, Zahnmedizinerin und Fachärztin für Kinderzahnheilkunde wie gut sich Zähne und Zucker vertragen und warum man manchmal, aber nur manchmal ohne Schäden auch ein Gummibärchen essen kann, wenn man dafür einige Grundregeln beachtet.

Neulich ergab sich an einem Ort, den ich leider vergessen habe, ein kurzes Gespräch mit einem verantwortungsbewussten Daddy (D) und dessen geschätzt vierjährigen Sohn zum Thema süße Getränke, Zuckerkonsum und wie man damit umgeht wenn Kinder mehr oder weniger nachdrücklich danach verlangen. Hier auszugsweise das Ende der Konversation:

D: „Bei uns zuhause bekam er fast nie Süßigkeiten, aber seit er in der Kita ist, kann ich es kaum verhindern und es wird nach Naschereien gebettelt.“
Ich: „Tja, da muss man konsequent sein!“
D: „Ah, ja. Haben Sie Kinder?!“

Eigentor, ich habe zwar viel mit Kindern zu tun, musste aber noch nie mit einem Vierjährigen an der Supermarktkasse vorbei. Deutlich mehr Erfahrung wenn es um Kinder und den Umgang mit Zucker geht hat da Frau Dr. Mehlhase. Wer einige Jahre in einer Kinderzahnarztpraxis und als Zahnärztin verbracht hat, weiß bestimmt auch wie man mit Kindern in sagen wir mal schwierigen Situationen verhandelt. Außerdem ist sie selbst Mama von Charlotte (4). Kennengelernt habe ich Frau Dr. Mehlhase passenderweise mit einer Zuckertüte in der Hand 1986 und deshalb duzen wir uns auch.

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Hauptsache, der Klang stimmt!

Nachgefragt By 24. Juli 2016 Tags: , , , No Comments

Robert Schulzes Leben wird nicht ohne Musik gelebt, dafür ohne Fleisch. Er hat einen Plattenladen in Berlin und eine Vorliebe für Dr. Peppers!
Robert isst seit über 20 Jahren mal vegan bis vegetarisch und wer dazu schon in den Neunzigern neigte sollte doch zum Thema Vorurteile einiges zu sagen haben!

Lieber Robert! Es ist ja heutzutage in Berlin nicht mehr revolutionär wenn man sagt, dass man vegan oder vegetarisch lebt. Begegnen Dir trotzdem noch Vorurteile?

Robert: Klar, Vorurteile oder Bemerkungen gibt es immer. Ich höre da aber inzwischen nicht mehr hin bzw. ignoriere das. Es war schon immer so, dass das Verhalten der breiten Massen, seien es Ess-, Trink- oder sonstige Gewohnheiten, als normal angesehen wird, nur weil es eben schon immer so war bzw. es fast alle tun. Ich bin nur müde geworden, mich immer wieder zu erklären. Warum auch? Warum erklären mir Leute nicht einmal warum sie Fleisch essen, mal abgesehen davon, dass es Ihnen schmeckt. Das Problem ist wohl, dass viele Leute ihre Gewohnheiten nicht hinterfragen und nicht darüber nach denken was sie tagtäglich ihrem Körper antun bzw. was sie essen. Ich denke es ist wichtig sich wohl zu fühlen und sich bewusst zu ernähren. Vom Predigen halte ich nicht viel, da es oft auch nur zum Gegenteil führt.

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