Schritt für Schritt zum Glück

Heute geht es um Wohlfühlessen. Nein, tut mir leid, damit sind keine Spaghetti Bolognese oder Macaroni mit Käse gemeint, sondern Essen, mit dem sich unser Gehirn wohlfühlt, und der Rest von uns am Besten auch noch. Es gibt Menschen, die sind mit einer natürlichen Neugier auf gesundes Essen gesegnet. Sie fragen „Was ist gesund und was ist gut für mich?“ und um genau diese Gruppe geht es heute nicht. Es geht um die Anderen. Sie kommen vor allem dann mit gesunder Nahrung in Berührung, wenn Menschen in ihrer Umgebung sie mit dem Thema belästigen, womit wir auch schon beim entscheidenden Punkt wären. Diese Art der Überzeugungsarbeit endet nicht selten mit Ablehnung, dennoch liegt uns etwas an diesen Menschen, wir haben sie sehr gern, auch wenn sie trotzig sind (Papa!!!). Was also tun, wenn man weiß, aus dem wird in diesem Leben kein Vegetarier mehr, auch nicht außerhalb der Grillsaison. Mit bitte dies und das weglassen und weniger davon kommt man nicht weiter. Muss man auch nicht, denn die gute Nachricht ist: auch dafür hat die Forschung schon Ansätze gefunden und die liegen in der Substitution. Mehr Gesundes, mehr Mineralstoffe, mehr Bewegung, mehr Vitamin D und mehr Aufmerksamkeit. Was man sich von außen dabei zunutze machen kann, ist eine gewisse Art der Bequemlichkeit und man sollte gezielt vorgehen oder sagen wir strategisch und dabei die Person um die es geht mitnehmen. Die Aufforderung etwas zu meiden hilft nicht bei Personen, die eine gewisse Resistenz gegenüber gesunder Ernährung hegen. Es gilt die gesunden Nährstoffe auf den Teller zu bekommen!

Warum überhaupt gesunde Ernährung?

Von den 15 Haupttodesursachen in Industrieländern kann man neun durch gesunde Ernährung verhindern, fünf davon sogar heilen und das ist denke ich, eine aussichtsreiche Prognose für die sich ein klein wenig Anstrengung lohnt. Wie also am Besten vorgehen? Schnell sein und im richtigen Moment der Person gesundes Essen vor die Nase stellen bevor sie selbst etwas Ungesundes zubereitet oder danach greift. Gleich morgens frisches Obst und Gemüse kleingeschnitten und portioniert auf den Tisch stellen, Gurken, Tomaten, Möhren, Äpfel, Kohlrabi, Saisonales wie Erdbeeren. Die Wahrscheinlichkeit, dass da zugegriffen wird ist hoch und damit der erste Vitamin- und Mineralstoffimport schon gesichert. Es macht wenig Sinn es mit roter Beete zu versuchen, wenn man genau weiß, es wird nicht gegessen. Das ist auch in Ordnung so, es ist völlig legitim Dinge nicht zu mögen, es geht um das höhere Ziel. Deshalb hier ein paar Möglichkeiten des wohlgemeinten Gesundheitsschubs:

 

  1. Nahrung frisch zubereiten wann immer es geht.
  2. Gesunde Fette wie Olivenöl und Leinöl verwenden und erst nach dem garen oder dämpfen zugeben, so wenig wie möglich braten.
  3. Vorkochen! Gesunde Mahlzeiten bereitstellen, die frisches Gemüse enthalten und nur kurz aufgewärmt werden müssen, alles ist besser als Fastfood.
  4. Gesunde Snacks bereitstellen, vor allem Nüsse. Nein, keine in Sonnenblumenöl gerösteten Erdnüsse mit zu viel Salz. Schon vier Paranüsse pro Monat verbessern das Cholesterinprofil und senken das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Walnüsse und rohe Cashewkerne, zum Beispiel gemischt mit frischen Kräutern und kleinen Mengen an Trockenfrüchten wie Datteln, Feigen und Aprikosen enthalten reichlich Vitamine und Mineralstoffe, Granatäpfel sind ein guter Grund mal wieder die Tischdecke zu waschen oder ein köstlicher Snack; ein Schälchen Hummus im Kühlschrank ist nie verkehrt.
  5. Leinsamen, Sesam oder wer es braucht auch Chia und vor allem frische Kräuter zu den alltäglichen Gerichten hinzugeben, wann immer es passt. Erhöht die Nährstoffdichte durch, genau Vitamine und Mineralien. Es gibt extrem wenige Leute, die etwas gegen frische Kräuter haben und der Geschmackskick ist garantiert!
  6. Fleisch regelmäßig durch Fisch aus verantwortungsvollen Quellen oder Meerestiere ersetzen; nicht das Gemüse ist die Beilage sondern umgekehrt.
  7. Aufmerksamkeit! Studien zeigen, dass durch Gespräche, die Bereitschaft zu gesunder Ernährung signifikant steigt. Mitunter ist dabei hilfreich, dass diese Gespräche mit neutralen Personen stattfinden auf die nicht emotional reagiert und somit kein Druck aufgebaut wird, z.B. Arzt oder Ernährungsberater. Frustration meiden und Aufmerksamkeit schenken, vermeidet Frustessen.
  8. Vollmilchprodukte und Knabbereien enthalten häufig zu viel Zucker oder Transfette. Werden sie beispielsweise durch Mandeln in dunkler Schokolade ersetzt, ist die Knabberei gleich gesünder, nicht mehr als 1 x täglich.
  9. Getränke sind Wasser und Tee, Softdrinks unbedingt meiden, heißt am Besten gar nicht erst im Haus haben, wird zu wenig getrunken einfach wortlos ein Glas Wasser in die Nähe stellen.
  10. Zu mehr Bewegung animieren. Es bringt wenig, jemanden der nicht fit ist zum joggen zu zwingen, aber eine kleine Radtour mit schönem Ziel kann doch nicht schaden, oder?
  11. Zu viel passive Betätigung reduzieren (TV!), indem man kleine Aufgaben verteilt, dann wird weniger nebenbei und aus Langeweile gegessen.
  12. Je gesünder und fitter jemand ist, desto mehr steigt auch die Bereitschaft Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
  13. Gesunde Nahrungsmittel in bisherige Lebensmittel integrieren. Es hilft wenig jemandem Grünkohl und Anchovis vorzusetzen, wenn es ohnehin nicht gemocht wird. Wenn man weiß Paprika geht gut, dann her damit! Deshalb: unbedingt fragen und beobachten!
  14. Bei Komplettverweigerern können Smoothies helfen mehr Nährstoffe aufzunehmen, kein Saft, denn die Ballaststoffe werden dringend gebraucht und verhindern ein zu schnelles Ansteigen des Insulinspiegels.
  15. Auf hohe Nährstoffdichte achten durch gezielte Einkaufsplanung. Meeresfrüchte, grüne Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte sind gute Protein- und Mineralquellen, Meeresfrüchte liefern Omega-3-Fettsäuren.
  16. Wer regelmäßig fragt „Was sollen wir denn heute essen/kochen?“ und darauf keine Antwort bekommt, kann Folgendes versuchen: alle Familienmitglieder werden aufgefordert Vorschläge einzureichen und dann wird generalstabsmäßig die Menükarte der Woche oder des Monats geplant. Jeder weiß dann, was es wann gibt und niemand steht ratlos im Supermarkt. Dabei Gesundes mit einplanen, Fertiggerichte und Weißmehlprodukte meiden.
  17. Zu viel beige auf dem Teller meiden! Nahrungsmittel in kräftigen leuchtenden Farben versprechen wertvolle Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe (grün, rot, violett).

Und wer keine Zeit oder Lust hat selbst zu kochen, aber auf gesundes Essen nicht verzichten mag, schaut hier.

 

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