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September 2016

Identifiziert man sich über glutenfreies Essen?

Gluten Teil III: acht Dinge, die sich ohne Getreide (und Kaffee) ändern

Kulinarische Gedanken By 29. September 2016 Tags: , , , No Comments

Bei meinen beiden geschätzten Kollegen ist es mittlerweile DAS überstrapazierteste Wort des letzten Jahres. Gluten. Dennoch kommt immer wieder die Frage, warum? Ich habe aufgehört herkömmliche Getreideprodukte zu verzehren und seitdem hat sich so einiges verbessert in meinem Leben. Der Grund war aber keine Allergie oder bis zu diesem Zeitpunkt nachgewiesene Unverträglichkeit, es war vielmehr eine Mischung aus Solidarität und Neugier, die ich nicht bereut habe.

Der Anlass? Mein Umfeld hat aus berechtigten Gründen aufgehört es zu essen, weil eine Unverträglichkeit vermutet wurde und wenn man gemeinsam isst, macht es Sinn Nahrungsgewohnheiten zu etablieren, die allen am Tisch gefallen. Und siehe da: die Ödeme unter den Augen waren auf einmal weg, nur nicht bei mir. Mich als eitle Person hat das veranlasst auch mal darauf zu verzichten, nur so, nur mal schauen ob die Schatten unter den Augen auch bei mir zurückgehen. Zu Beginn war es nur als Experiment für vier bis sechs Wochen gedacht. Ich bin (bis auf eine Experimentierphase mit Unverträglichkeitstests) dabei geblieben. Was hat sich verbessert?

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Brot aus glutenfreien Zutaten

Gluten Teil II: was ich mit Weltklasseathleten gemeinsam habe

Kulinarische Gedanken By 29. September 2016 Tags: , , No Comments

Im Juni 2016 titelte Medscape, ein Newsletter für Ärzte „Deutliche Zunahme glutenfreier Ernährung: Modeerscheinung oder tatsächlich oft gesünder?“.

Der Bericht fasst vorwiegend aktuelle US-amerikanische Studien zusammen. Demnach verzehrten 100 Mio. US-Amerikaner im vergangenen Jahr glutenfreie Produkte. Neben Zöliakie (obligatorisch glutenfrei) und dem Auftreten der Weizenallergie (obligatorisch), entscheiden sich demnach immer mehr Menschen freiwillig für eine glutenfreie Ernährung, da sie eine Empfindlichkeit bei sich selbst vermuten. 60 Prozent der Befragten glauben, dass eine glutenfreie Ernährung ihre körperliche und/oder psychische Gesundheit verbessert. Angeführt werden u.a. verbesserte Verdauung und gestärktes Immunsystem, gesteigerte Leistungsfähigkeit und Gewichtsverlust [1-4].

Eine andere Umfrage unter 910 Weltklasseathleten zeigte, dass 41 Prozent einer glutenfreien Ernährung folgen, mehrheitlich freiwillig aufgrund einer Selbstdiagnose von Empfindlichkeit gegenüber Gluten [5]. Damit ist klar, Medaillen sind nicht Teil der Gemeinsamkeit.

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Tradidionelle Bäckerei

Gluten Teil I: das Gefühl von Verzicht

Kulinarische Gedanken By 13. September 2016 Tags: , , , No Comments

Neulich abends sah ich zur Entspannung kurz vor dem Einschlafen eine vom ZDF ausgestrahlte Sendung, vorzüglich moderiert vom meinerseits überaus geschätzten Harald Lesch. In „Leschs Kosmos“ ging es um Fleischgenuss und seine Folgen. Die Herstellung und Auswirkungen von Fleisch, früher nannte man es Tierhaltung, heute eher –produktion, sind gelinde gesagt eine Katastrophe. Leider riecht und schmeckt es in vielen Fällen und vor allem vielen Menschen ausgesprochen gut. Es geht hier aber nicht um Fleisch. Sowohl zu Beginn, als auch zum Ende der Sendung wurde auf eine Sache wertgelegt, die so in jeder Form in annähernd jeder Reportage im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und auch auf privaten Kanälen zu finden ist: der Hinweis, dass noch der kritischste Beitrag, der alle sauber recherchierten Fakten bedingungslos aufzeigt und beschreibt, nicht umhin kann uns zu sagen Nein, das bedeutet natürlich nicht, dass Sie auf Fleisch gänzlich VERZICHTEN sollen. Jede Sendung, die das Thema Gluten aufgreift sagt, nein, das bedeutet natürlich nicht, dass Sie jetzt auf Brot und Nudeln verzichten sollen, essen Sie was Ihnen schmeckt! Gegen essen Sie, was Ihnen schmeckt spricht natürlich erst einmal nicht viel, es ist nur der Gipfel der Relativierung.

Eine recht simple Erklärung dafür, lieferte mir neulich morgens mein Vater. Als Gast bei meinen Eltern, stellte man mir die Frage was ich denn derzeit überhaupt essen würde und gedenke zum Frühstück zu essen. In solchen Situationen erkläre ich gern, man solle sich keine Gedanken machen, ich mach mir schon was. Dass meine Nahrungsgewohnheiten von ihren eigenen abweichen ist für meine Eltern grundsätzlich nichts Neues, das kennen sie seit über 20 Jahren. Seit neben Fleisch auch Milchprodukte, Eier und Getreide weitgehend von meinem Teller verschwunden sind, wurde es für sie unübersichtlich.

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Brokkoligemüse

Über grünes Gemüse und karge Kapseln: Frau Herr weiß mehr!

Nachgefragt By 6. September 2016 Tags: , , , , , No Comments

Professor Ingrid Herr ist Biologin und arbeitet in der experimentellen Krebsforschung. Sie interessiert sich vor allem dafür wie verhindert werden kann, dass in unseren Zellen etwas schiefläuft und was hilft wenn doch. Sie forscht schon seit Ihrer Diplomarbeit an Mechanismen, die zur Krebsentstehung führen und sie selbst führte das an den Neckar. Dort leitet sie die Sektion Chirurgische Forschung und das Team Molekulare Onkochirurgie am UniversitätsKlinikum Heidelberg.

Liebe Frau Professor Herr! Ihre Forschungsergebnisse zeigen wie Senföle (Sulphoraphan) aus Brokkoli und anderen Kohlsorten der Entstehung von Krebserkrankungen vorbeugen bzw. die Therapie positiv beeinflussen. Nun ist es erst einmal kein großes Geheimnis, dass unsere Gesundheit von natürlichen, frischen Nahrungsmitteln profitiert. Dank der Wissenschaft verstehen wir aber endlich auch immer besser, warum das so ist. Da in unserem Essen noch jede Menge anderer spannender Moleküle stecken, die uns vital über die Hürden der nächsten Jahrzehnte tragen, gibt es auch immer noch ein paar Fragen:

Wie lange beschäftigt Sie das Thema Wirkstoffe in unserer Nahrung im Zusammenhang mit Krebs schon? Gab es einen Aha-Moment oder ein Forschungsergebnis, das entscheidend für Ihren Weg war?

1997 wurde eine kanadische Populationsstudie in einer international weit gelesenen Fachzeitschrift publiziert, bei der Essgewohnheiten von 1000 Männern mit Prostatakrebs über vier Jahre lang über Fragebögen analysiert wurden. Es kam heraus, dass Männer, die viel Brokkoli und Blumenkohl gegessen hatten, ein 50 Prozent geringeres relatives Risiko des Voranschreitens ihrer Krebserkrankung hatten.

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